Dienstag, 20. August 2019

ORF-Archiv: 80 Jahre Zweiter Weltkrieg

Hier sind einige Dokumentationen zu finden, unter anderem "Stille Helden" aus dem Jahr 2017, produziert von Volkmar Geiblinger/Trilight Entertainment.

Montag, 29. Juli 2019

Jüdisches Hohenems.

Für unsere nächste ORF III Doku wird ein möglicher Drehort besucht. Hohenems, mit seinem sehr malerisch gelegenen jüdischen Friedhof und dem interessanten Jüdischen Museum. Gedreht werden soll dann im März 2020. Ausstrahlung Mai 2020.





Freitag, 19. Juli 2019

Eine versunkene Welt.

Die Bucklige Welt, das Wechselland – die meisten von uns kennen diese Region vor allem vom Durchfahren auf der Südautobahn. Eine hügelige Gegend durchsetzt mit kleineren Ortschaften, ländlich und durchaus pittoresk. Seit einigen Jahren sind hier umtriebige Historikerinnen und Historiker zu Gange, sie wollen Zeitgeschichte erlebbar machen und suchen nach Lebensspuren und Erinnerungen. In einem fast 300 Seiten starken, reich bebilderten Sammelband sind nun unter dem Titel Eine versunkene Welt – Jüdisches Leben in der Region Bucklige Welt – Wechselland einige dieser Geschichten vereint. Sie geben Einblick in ein spannendes und berührendes Stück Regionalgeschichte.

Zitat: Ich komme von einer anderen Welt, einer versunkenen Welt, einer Welt, die es nicht mehr gibt, von der alle Spuren ausgelöscht wurden und die nie wieder auferstehen wird. Ein Brief von Fritz Blum. 1914 in Krumbach geboren, flieht Blum 1938 über die Schweiz, überlebt den Krieg in einem Dorf in Südfrankreich. Später wandert er nach Kanada aus. Doch seine Geschichte beginnt schon viel früher, rund um 1820, als sich sein Vorfahr Juda Blum, der „Jidl“, in Krumbach niederlässt, eine Synagoge errichtet und die jüdische Gemeinde begründet. Und so ist es auch in vielen anderen Ortschaften der Buckligen Welt. Jüdische Familien führen Greißlereien, Wollwarenfabriken, arbeiten in der Milch- und Viehwirtschaft. Die Gegend ist vor allem bei Sommerfrischlern beliebt, Antisemitismus ist latent immer da. 1909 befürchtet ein Bewohner von Kirchberg am Wechsel, sein Heimatdorf könnte „verjudet“ werden. 1920 erscheint in den „Wiener Neustädter Nachrichten“ folgender Aufruf:
Zitat: Um in unserem Orte den Zuzug jüdischer Sommerfrischler unmöglich zu machen, wurde seitens der Hausbesitzer beschlossen, im kommenden Sommer nur noch an Christen Wohnungen zu vergeben. Arier mögen sich baldigst melden! 

Die Jüdinnen und Juden, die hier leben und arbeiten, sind gut integriert, zahlreiche Fotografien in diesem Buch zeigen lachende Kinder, fröhliche Jugendliche, plaudernde Erwachsene. Oft ist von einer „unbeschwerten Kindheit“ die Rede. Mit dem Jahr 1938 ändert sich alles. Der Bad Erlacher Fleischhauer Max Brückner – der 1942 gemeinsam mit seiner Frau Theresia im Vernichtungslager Treblinka ermordet wird – wehrt sich lange gegen die Zwangsveräußerung seines Besitzes, schreibt an den Reichswirtschaftsminister:
Zitat: Ich gestatte mir, meine Bitte auch damit zu begründen, dass ich in Erlach geboren bin, seit meiner Geburt in Erlach gewohnt habe und die Häuser schon von meinem Vater geerbt habe, weshalb ich mich hiervon nur schwer trennen kann. Ich habe mich nie staatsfeindlich betätigt und auch sonst nie einen behördlichen Anstand gehabt, sodass auch in dieser Richtung kein Anlass besteht, die Liegenschaft und das Geschäft zwangsweise zu veräußern.

Ausführlich erforschte Familiengeschichten sind in diesem Buch zu lesen, aber auch ganz kurze Erzählungen von Familien, von denen tatsächlich nichts übriggeblieben ist. Berührend auch die Geschichte der Gemischtwarenhandlung Winkler in Hochwolkersdorf. Sie erzählt von Plünderungen und wüsten Beschimpfungen gegen die Familie Winkler, aber auch von Widerstand und Hilfe. Denn die Bäuerin Maria Rosa bringt den Winklers gegen den Willen ihrer beiden älteren Söhne weiterhin die Milch, erzählt der jüngste Sohn Anton:
Zitat: Solange ich mich zurück erinnern kann, haben wir der Familie Winkler immer die Milch geliefert. Die Mutter hat gesagt: „Euch werde ich nicht fragen, ob ich denen eine Milch liefere“.
Anton ist mit Kurt Winkler befreundet. Die beiden kennen sich aus der Schule. Hochwolkersdorf ist innerhalb weniger Tage im März 1938 „judenfrei“. Kurt Winkler, damals 12 Jahre, erinnert sich:
Zitat: Unsere Familie war weg, und nichts erinnert mehr an uns. Als ob es uns nie gegeben hätte! 
Bruder Willi fährt mit einem Kindertransport nach England, Kurt und seine Eltern flüchten nach Palästina. Wer es nicht ins Exil schafft, hat kaum eine Chance zu überleben. Mehr als die Hälfte der jüdischen Bevölkerung der Region stirbt in Konzentrationslagern. Aus dem Exil zurückgekommen sind nur ganz wenige, und wenn, dann erst viele Jahre nach Kriegsende. Fritz Blum erzählt:
Zitat: Der erste Schulfreund, welchem ich begegnete, fiel mir um den Hals und weinte, ein anderer dagegen sagte: „Bist a wiada do, hot ma do nit olle umbracht?“

Zitate, Briefe, Dokumente und Fotografien erinnern an die versunkene Welt der jüdischen Gemeinden. Die Ortschaften haben sich kaum verändert, noch immer gibt es das Haus des Gemischtwarenhändlers, die ehemalige Fleischerei, die Wirtschaftsgebäude einer Fabrik. Was fehlt, sind die Menschen, die hier so gerne gelebt haben. Wie Stephan Mautner aus Trattenbach:
Zitat: Mit Mathematik kommt man genauer, mit Liebe zur Natur aber nicht schlechter, und jedenfalls schöner durch die Welt. Und darauf kommt es an. Liebe zur Schönheit ist Liebe zur Natur, Natur und Ewigkeit gehören zueinander und wo beginnt die Ewigkeit? Am End´ der Welt, in Trattenbach für mich – für uns.
Stephan Mauthner und seine Frau Else werden im Sommer 1944 in Auschwitz ermordet.

Info:
Johann Hagenhofer, Gert Dressel, Werner Sulzgruber (Hg.): Eine versunkene Welt. Jüdisches Leben in der Region Bucklige Welt - Wechselland (Kral-Verlag, 2019)

Mittwoch, 10. Juli 2019

Zwei Monate stressfrei recherchieren.

Ich habe mich mit einem zeitgeschichtlichen Thema bei der Österreichischen Akademie der Wissenschaften beworben, Dezember 2019 und Jänner 2020 werde ich mich damit beschäftigen. Mehr dazu dann. Jetzt erstmal freuen!

Donnerstag, 4. Juli 2019

Blitzeinreichung.

Vier Tage atemlos. Konzept, Kalkulation, Sponsoren, Storyboard, Angebote. Jetzt Daumen halten. Inhalt wird aber noch nicht verraten...

Freitag, 21. Juni 2019

Wer bin ich und wo komm ich her?

Endlich mache ich wieder ein Ö1-Radiokolleg. Ein kleines zwar, aber na gut. Es geht um Ahnenforschung und Biografieforschung und welche Möglichkeiten es gibt, um mehr über die Vorfahren und deren Leben zu erfahren. Sendedatum: 8. bis 11. Juli, immer ab 9.30 Uhr.

Freitag, 7. Juni 2019

Heiliger Zorn.

Die Antike. Lange her und kaum etwas übrig. Wir kennen die Zeit der Alten Römer und Griechen aus Ausgrabungen, Historienfilmen und Asterix-Heften. Eine Zeit der Hochkulturen, der großen Denker, der beeindruckenden Tempel und Paläste. Eine Epoche, die schließlich unterging und ins dunkle Mittelalter führte. Doch die britische Historikerin und Journalistin Catherine Nixey erzählt noch viel mehr über diese Zeit. Denn sie belegt schlüssig, wie sehr das aufkommende Christentum dafür verantwortlich war, dass von der Antike vor allem Ruinen und zertrümmerte Statuen übrig geblieben sind. Ihr 2018 unter dem Titel The Christian Destruction oft he Classical World veröffentlichter Erstling hat in Großbritannien
und den USA für heftige Debatten gesorgt. Nun liegt es unter dem Titel Heiliger Zorn: Wie die frühen Christen die Antike zerstörten auch auf Deutsch vor.

Catherine Nixey ist die Tochter eines ehemaligen Mönches und einer ehemaligen Nonne. Geboren in Wales, studierte sie Geschichte an der Universität von Cambridge. In der Familie waren Religiosität und Christentum stete Begleiter: Tischgebete, Gottesdienste, Gespräche über den Glauben. Die frommen Eltern sahen die Kirche als Heilsbringerin, als Bewahrerin des Wissens.

Zitat: In gewisser Weise hatten meine Eltern damit durchaus recht: die Klöster haben umfangreiches klassisches Wissen bewahrt. Aber das ist längst nicht die ganze Wahrheit. Im Grunde lenkt sie sogar von dem ab, was vorher geschehen war und was die Kirche in ein weit weniger glorreiches Licht rückt – schließlich war es die Kirche gewesen, die die antike Kultur vernichtet hatte, bevor sie Anstalten machte, sie zu bewahren.

Über die positiven Beiträge des Christentums in der Menschheitsgeschichte gebe es bereits genügend Publikationen, meint die Autorin, und begibt sich daher auf eine Reise in die Antike. Eine Reise, die eigentlich als tatsächliche Fahrt in die betreffenden Gegenden geplant war, nach Palmyra etwa, wo der Tempel der Athene um das Jahr 385 nach Christus von fanatischen Christen – damals Zeloten genannt – zerstört worden war.

Zitat: Als die Männer den Tempel betraten, nahmen sie eine Stange und zertrümmerten Athenes Hinterkopf mit einem einzigen Schlag – einem Schlag, der mit solcher Kraft ausgeübt wurde, dass er die Göttin enthauptete. Ihr Kopf fiel zu Boden, die Nase brach ab, die so sanft wirkenden Wangen waren zerschmettert. Nur die Augen Athenes blieben intakt und blickten die Angreifer aus einem furchtbar entstellten Gesicht heraus an.

Die politische Lage, die Gewaltherrschaft des IS, machten eine tatsächliche Reise für die Autorin unmöglich, das Buch besucht dennoch die antiken Schauplätze mit Stationen im heutigen Ägypten, in Rom, im Norden der Türkei, in Griechenland. Und es lässt uns in die längst vergangene Welt der Antike eintauchen, macht Geräusche hörbar, Gerüche und Geschmäcker fühlbar. Etwa bei einem Spaziergang durch das sündhafte Rom, wo Wollust, Völlerei und Habgier herrschten.

Zitat: Die Frauen trugen juwelenbesetzte Sandalen und teure Seidenkleider aus derart dünnem Stoff, dass man jede Rundung ihres Körpers sah. Hatten sich die römischen Adligen früher damit gebrüstet, sich durch Bäder im eiskalten Strom des Tiber abzuhärten, zog diese verweichlichte Generation barock dekorierte Badehäuser vor, in die sie zahllose silberne Fläschchen mit Öl und Salben mitschleppte.

Ein Sündenpfuhl sondergleichen, so dachten die Christen, dem ein Ende gesetzt werden musste. Scharf analysiert die Autorin die Verbrechen, die folgten. Berichtet, mit welcher Wucht gegen die Anbetung der Götter vorgegangen wurde, von der noch heute jene Statuen erzählen, denen Gliedmaßen abgehackt und christliche Kreuze in die steinerne Stirn gekratzt wurden. Wer sich nicht an die Regeln hielt, wurde verfolgt. Philosophen durften nicht mehr lehren, viele gestanden unter quälender Folter die Namen anderer Denker, nicht wenige gingen ins Exil. Texte wurden zerstört oder überschrieben. Einschüchterung, Terror, Hinrichtungen. Tausende fanden den Tod. Die Christenverfolgungen im Römischen Reich waren nichts im Vergleich zu dem, was Christen schließlich Andersgläubigen antaten, schreibt Catherine Nixey. Und weiter:

Zitat: Wem dies nicht plausibel erscheint, der sollte bedenken: Heute gibt es über zwei Milliarden Christen auf der Welt und keinen einzigen Anhänger der altrömischen Religion mehr.

Manches mag weit hergeholt klingen, doch die Autorin belegt ihre Thesen stets mit historischen Schriftstücken, die – und auch das zeigt dieses Buch auf beeindruckende Weise – nicht nur als historische, sondern vor allem als gesellschaftspolitische Quellen funktionieren. Das frühe Christentum aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: Fanatische Männer und Frauen, die im Namen der Religion Verbrechen begehen. Und deren Taten später von den Erzählungen über Märtyrer und fromme Mönche überlagert wurden. Catherine Nixey legt mit ihrem Erstling ein dichtes, fesselndes und anspruchsvolles Buch vor, das unsere Sichtweise verändert und neue Denkanstöße gibt, um ein über die Jahrhunderte gefestigtes Narrativ zu durchbrechen.

Info: Catherine Nixey: Heiliger Zorn: Wie die frühen Christen die Antike zerstörten (aus dem Englischen von Cornelius Hartz, Deutsche Verlags-Anstalt, 2019)

Freitag, 3. Mai 2019

Vom Sog der Massen.

Wir leben in einer Welt gleichgeschalteter Individuen. Ist Ihnen das eine zu krasse Aussage? Doch schauen Sie einmal genauer hin: Jeder und jede stellt sich selbst in den Mittelpunkt, Selfie hier, Selfie dort – doch all diese Bilder gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Massentourismus, Massenmedien, Massenbewegung – passen diese Begriffe noch in die heutige Zeit? Und was bedeuten sie wirklich? Die beiden deutschen Philosophen Gunter Gebauer und Sven Rücker haben sich auf eine semantische Reise gemacht und den Begriff der Masse von vielen Seiten analysiert und neu interpretiert. Herausgekommen ist das Buch Vom Sog der Massen und der neuen Macht der Einzelnen.

Eine Masse. Was ist das überhaupt? Ist damit nur eine Ansammlung von Menschen gemeint? Und wie viele Menschen braucht es, um von einer Masse zu sprechen? Es gilt also zunächst nachzuforschen, wann und wie und warum Massen überhaupt entstehen.

Zitat: Sie entstehen dann, wenn viele Menschen an einem (wirklichen oder virtuellen) Ort zusammenkommen und ein gemeinsames Ziel ihres Handelns verfolgen, das sie hier und jetzt erreichen wollen. Aus dieser Situation des gerichteten Miteinanders entsteht eine Übereinstimmung von Aktion, Haltung, Stimmung und Spontaneität.

Ist der Begriff einmal definiert, geht es in den weiteren Kapiteln um die verschiedenen Ausformungen von Massen, um ihre Ausprägungen etwa in Berlin und Paris in den späten 1960er Jahren oder in der DDR vor dem Mauerfall. Es geht um die Funktionsweise von Massen, um die sozialen Medien und das Internet. Eine Masse muss nicht zwangsläufig sofort für jedermann erkennbar sein, etwa als kirchlicher oder sportlicher Großevent, als Protestbewegung oder Demonstrationszug. Das Geschehen spielt sich oft in Foren oder auf Kommentarseiten ab. Vielfach anonymisiert. Dort trifft man auf Gleichgesinnte und kann seinem Unmut freien Lauf lassen. Hier wie dort gilt jedoch: es macht einen großen Unterschied, ob man drinnen ist in der Masse oder draußen.

Zitat: In der Wahrnehmung eines Individuums, das zur Masse gehört, nimmt mit dem Anwachsen der Masse das Gefühl der Macht zu. In der Sicht von außen provoziert die Bewegung des Anschwellens eher Gefühle der Beklemmung oder geradezu der Angst.

Nie war unsere Welt so voller Möglichkeiten, um sich zu entfalten. Nie standen uns so viele Wege offen, um schließlich den eigenen zu wählen. Wir brüsten uns damit, anders zu sein als die Anderen. Die Autoren Gunter Gebauer und Sven Rücker nennen diese Generation die der „Kulturellen Massen“.

Zitat: Ihre Mitglieder sind weit davon entfernt, sich für Teile einer Masse zu halten – sie sind Einzelne, die massenhaft auftreten, bei Kulturereignissen mit Kultcharakter, Kunstevents, Konzertsensationen, in weltbekannten Museen und an hoch bewerteten Tourismuszielen. Sie alle streben nach kultureller Beteiligung, alle mit der gleichen Absicht, alle informiert durch dieselben Massenmedien.

Und so stellen die individuellen Galeriebesucher schließlich ihre einzigartigen Instagramfotos auf die Plattform, wo tausende andere Individualisten ihrer unkonventionell konventionellen Extravaganz frönen. Doch – auch hier gilt wohl das Motto: Dabei sein ist alles.

Zitat: Sie bewahren ihre intensiven Erfahrungen des Massengeschehens in ihrem späteren Leben – nicht nur als Erinnerung, sondern als Bestandteil ihres Ichs. Nichtteilnahme erscheint dann wie eine verpasste Chance. 

Die Sache mit der Masse ist ein komplexes Thema, in diesem Buch launig, verständlich und überaus interessant verpackt. Auch die Flüchtlingsbewegung, die Europa seit dem Herbst 2015 politisch und gesellschaftlich herausfordert und beschäftigt, lässt sich als Massenbewegung lesen. Die Autoren analysieren die Berichterstattung: In vielen Medien werden Flüchtlinge als Bedrohung dargestellt, die Europa überschwemmen und die heimische Kultur auslöschen würden.

Zitat: Gegen solche Zuschreibungen können sich die Flüchtlinge nicht wehren. Als Masse sind sie, trotz aller Reden, die sie entfachen, stumm. Die Masse selbst bildet kein Narrativ. Die Geschichte ihrer Tragödien und Katastrophen kann nur von Einzelnen erzählt werden. Das Massenelend zeigt sich am Einzelschicksal; es muss ein Gesicht bekommen.

Wenn man über Massenphänomene nachdenkt, muss man sich zwangsläufig mit Populismus beschäftigen. Das „Wir“ steht über dem „Die“, von höchster Stelle wird an das Volk getwittert, das Volk fühlt sich verstanden und applaudiert dem Twitterkönig.

Zitat: Die Populisten eint ein tiefes Misstrauen gegen jede Form der Vermittlung. Das betrifft die Feindschaft gegen die Medien (Stichwort „Lügenpresse“) ebenso wie die Ablehnung von Vermittlung als Versöhnung, Aushandlungsprozess und Kompromiss. Es gibt nur das Entweder-Oder.

Wer sich nach oder - noch besser – während der Lektüre die Zeit nimmt und alle in der Filmografie angeführten Filme ansieht, die in mehreren Kapiteln immer wieder zitiert werden – darunter Sergej Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“, Alfred Hitchcocks „Die Vögel“, Fritz Langs „Metropolis“ und Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“ – der bekommt wohl ein noch vollständigeres Bild davon, was Massen sind, woher sie kommen und was sie alles bewegen können.

Info:
Gunter Gebauer, Sven Rücker: Vom Sog der Massen und der neuen Macht der Einzelnen (Deutsche Verlags-Anstalt, 2019)

Dienstag, 16. April 2019

Diagnose: unbrauchbar.

Unsere neue Dokumentation ist so gut wie fertig. Hier die ersten Stills. Ich glaube, sie ist ganz gut gelungen. Sendetermin: 4. Mai 2019, 20.15 Uhr, ORF III.
(Alle Bilder Copyright Trilight Entertainment)



Sonntag, 14. April 2019

Ganz nah dran an der Geschichte.

Ein Besuch im Photoatelier Setzer-Tschiedel versetzt die Besucher ruckzuck ins Jahr 1910. Im Dachboden des Hauses Museumstraße 5 hat sich ein Atelier so erhalten, wie es damals war. Und das Tolle: Gleich nebenan war das legendäre Filmstudio von Anton und Louise Kolm, wo sie gemeinsam mit Jakob Fleck die ersten Schritte in Richtung Filmproduktion wagten!